Die wasserlöslichen Vitamine des B-Komplexes haben im Stoffwechsel wichtige Coenzymfunktionen und werden zum Teil über artgemäßes Grundfutter aufgenommen. Viele Lebewesen können darüber hinaus im gesunden Verdauungssystem mit Hilfe von Mikroorganismen ausreichend B-Vitamine in Eigensynthese herstellen. Eine Störung der Mikroflora, welche bei Pferden nicht selten vorkommt, hat oft eine Störung der Vitamin-B-Synthese zur Folge.
Bei Veränderungen von Haut, Schleimhaut, Fell und Horn, schlechter Energieverwertung, Leber- und Herzproblemen, Störungen im Nervensystem, einer Beeinträchtigung des Immunsystems oder allgemeiner Leistungsminderung ist eine Vitamin-B-Unterversorgung in Betracht zu ziehen. Da wasserlösliche Vitamine nur im geringen Maße gespeichert werden können, ist bei Mangelsymptomen eine kontinuierliche Zuführung sinnvoll. Besonders im Fall von Stress, Schreckhaftigkeit, Infektionskrankheiten oder nach Krankheiten kann der Bedarf bis auf das 5-fache des Normalbedarfs steigen.
Folgende Faktoren können die Vitamin-B-Eigensynthese oder -Aufnahme hemmen: Bakterien- oder Pilzbelastung des Grundfutters (B1); Hemmfaktor in Leinsaat (B6); Gerbssäure (B12); Sulfonamide und Aflatoxine im Futter sowie Medikamente, welche die Mikroflora hemmen (Folsäure).